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Die Festung des 3. Jahrtausends

 Die Festung des 3. Jahrtausends

Nach dem Abschluss der Arbeiten bietet die königliche Festung von Chinon ihren Besuchern nun einen neuen Rundgang an, der durch viele interaktive Installationen unterhaltsam gestaltet ist. Das Projekt schließt die Neuausstattung der acht Säle in den königlichen Gemächern ein, ebenso wie einen Rundgang im Freien. Im Ganzen ist das Bauvorhaben von einem mittelalterlichen Stil inspiriert, jedoch wird dieser neu interpretiert durch eine zeitgenössische Sichtweise. Die Wahl der Materialien und das  Originaldesign evozieren den nomadischen und vergänglichen Charakter von einigen mittelalterlichen Höfen, die von einer Wohnstätte zur anderen zogen und sich nur vorübergehend in den jeweiligen Niederlassungen aufhielten.
 
SZENOGRAFISCHER RUNDGANG DURCH DIE GEMÄCHER
 
Erdgeschoss
4 Säle / 4 Filme / 4 Kernperioden der Geschichte des Standortes / 4 bedeutende Persönlichkeiten:
- Saal 1: Foulques IV., genannt Le Réchin,
- Saal 2: Henri II. Plantagenêt,
- Saal 3: Philippe Auguste,
- Saal 4: Jeanne d’Arc.
 
Eine innovative, dynamische und originelle Projektion
Saal 1:die Bildschirme befinden sich auf dem Fußboden,
Saal 2: vertikal angeordnete Bildschirme bilden einen Projektionskorridor,
Saal 3: in den Ecken des Saales befinden sich zwei Bildschirmpaare,
Saal 4: ein einziger großer Bildschirm, der mehrere intarsienartig gestaltete kleinere Bildschirmfenster zeigt, auf denen die Details der wichtigsten Szenen zu sehen sind.
 
 
Die großen Säle der ersten Etage
Zwei Säle, die der Wiederherstellung des ehemaligen Museums « Jeanne d’Arc » gewidmet sind, das sich im Turm de l’Horloge befunden hatte
Gemäß dem Prinzip der Ansammlung von Objekten werden hier das Epos und der Mythos von Jeanne d’Arc evoziert, ausgehend von ihrem Geburtsort Domrémy bis zum Scheiterhaufen, wobei ihr Weg sie auch über Chinon führte. Dies geschieht durch die Inszenierung einer Sammlung von originalen Kunstobjekten aus dem 18., 19. und 20. Jahrhundert (Bronzen, Statuen, Fayencen etc.). Die reiche ikonografische Sammlung präsentiert die verschiedenen Facetten, die man der Heldin im Laufe der Jahrhunderte zugeschrieben hat.
 

Die Archive des Museums, für Besucher geöffnet
Die Museumsarchive erstrecken sich über zwei Säle. Die Kunstobjekte müssen regelmäßig ausgetauscht werden, um sie besser konservieren zu können. Das heißt, es müssen Räume für die Lagerung zur Verfügung stehen. Die Säle enthalten auch Platz für Forschungsvorhaben (Dokumentationszentrum, Spezialbibliothek).
 
Erdgeschoss: Die Interpretation des Standorts und die Geschichte der Festung
Den Besuchern wird ein Saal mit sechs Multimedia-Pulten zur Verfügung gestellt, an denen sie sich näher  informieren können. Das Menü ist sowohl geografisch als auch thematisch und historisch strukturiert. Der letzte Saal zeigt die Entwicklung der historischen Stätte mithilfe der archäologischen und ikonografischen Sammlungen. Man kann diesen Saal – nach Frédéric Casanova – als den Saal der « museografischen Interpretation » bezeichnen. Hier liegt der Schwerpunkt auf dem Schicksal und den verschiedenen Erscheinungsformen der Festung im Lauf der Zeit, sowie auf der Tatsache, dass der Standort erst aufgegeben, dann neu entdeckt und anschließend durch die archäologischen und restauratorischen Arbeiten wieder zur Geltung gebracht wurde. Der Ausgang erfolgt durch die große, zweiflügelige Tür im Erdgeschoss.
 
RUNDGANG IM FREIEN
Das Führungs-Booklet, eine nützliche Hilfe für den interaktiven Besuch
Der Besucher kann seinen Rundgang völlig frei gestalten. Ebenso kann er während seines Besuchs als Unterstützung ein Führungs-Booklet verwenden, das flexibel einsetzbar ist. Im Deckel dieses Büchleins befindet sich ein Chip, der es ermöglicht, die akustischen oder interaktiven Wegmarkierungen zu aktivieren. Dieser Chip wird durch ein Logo markiert; das man auch auf den Wegweisern und Möbeln findet. Der Chip wird vorher in der gewählten Sprache eingestellt. Stahlelemente sind sowohl in den königlichen Gemächern als auch an den Türmen angebracht. Sie dienen als visuelle Verweise auf einen Teil des Führungs-Booklets, der durch ein System von Farben und Markierungen strukturiert ist. Die kommentierenden Texte des Booklets werden in einer Reihenfolge präsentiert, die der Ordnung des Rundgangs entspricht: Vom Fort Saint-Georges geht es zu den königlichen Gemächern, anschließend nach Coudray , dann zur Tour d’Argenton und zur Tour des Chiens.
 
Beleuchtungskonzepte
Die Beleuchtung der Tour de Boissy, der Tour du Coudray, der Tour d’Argenton und der Tour des Chiens bringt deren Architektur gut zur Geltung. Diese Szenografie wird auf einigen Ebenen durch eine Tonstation vervollständigt.
 
Drei Sitzbereiche im Park für den Empfang von Audiotexten
Zu den Themenkomplexen « Jeanne d’Arc », « Tempelritter » und « Konstruktion im Mittelalter » stehen interaktive Bänke zur Verfügung. Jede Bank ist mit einem RFID-Lesegerät ausgerüstet und mit Kopfhörern, die zwei oder drei Personen gleichzeitig das Zuhören ermöglichen.
 
Drei Ausblicke mit « augmentierter Realität »
Unter « augmentierte Realität » versteht man ein Bild, dem man andere, virtuell rekonstruierte Elemente hinzufügt. Technisch gesehen handelt es sich dabei um ein Foto, das exakt von dem Platz des Betrachters aus aufgenommen wurde und dem man Elemente in 3D hinzufügt (Personen oder nicht mehr existente Architekturelemente). Die ersten beiden Ausblicke werden gegenüber dem Saal platziert, den man den Renaissance-Saal nennt; sie bieten den Anblick der virtuellen Wiederherstellung dieses zerstörten Teils der königliche Gemächer. Der dritte Ausblick ist auf der Terrasse derTour d’Argenton platziert und in Richtung der Hebemaschine orientiert, im Hintergrund befindet sich der Fluss Vienne.
 
Der Neubau, Planung DURCH DIE ARCHITEKTEN Hervé Beaudoin UND Benoît Engel
Der Neubau stellt den Teil der Baumaßnahme dar, der am deutlichsten sichtbar und am spektakulärsten ist. Er ist ein im Stil völlig zeitgenössisches Gebäude, das von Beginn an als Haupteingang für das Gebäudeensemble der Festung bestimmt war sowie für einen überdachten Eingangsplatz, für Ausstellungssäle, für die Kasse und die Boutique. Das Projekt der Architekten Hervé Beaudouin und Benoît Engel wahrt vollkommen die allgemeine Silhouette der Festung, wenn man sie aus der Entfernung wahrnimmt; kommt man jedoch näher, zeichnet sich der zeitgenössische Charakter des Neubaus deutlich ab. Diese doppelte Lesart ist die besondere Eigenart des gesamten Projekts.
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